Projekt

S Bahnhof Pankow

DAS GUTE LEBEN 4:0

Was ist ein gutes Leben? Das in den letzten Jahren spürbare Wachsen eines Populismus veranlasst uns diese Frage wieder zu stellen. Was ist das für eine Vorstellung von einem guten Leben, die gegen wen auch immer verteidigt werden muss (ob gegen die Islamisierung des Abendlandes, gegen Flüchtlinge, gegen Trump oder gegen AFD-Wähler)? Begegnungen mit Menschen auf der Straße, in Parks oder im Supermarkt führen zu Gesprächen, verschiedenste individuelle Vorstellungen und Lebensgeschichten bilden einzelne Puzzleteile. Ergänzt durch Einflüsse der Hoch- und Popkultur entsteht so ein Bild unserer Gesellschaft.

Von & mit: Leon Ullrich, Johann Kuithan
Juni 2018 – Performing Arts Festival / Ballhaus Ost
Juni/Juli 2018 – Fusion Festival 2018

 

DAS GUTE LEBEN³

Das gute Leben: »Hallo Leon, hallo Johann, ich duze Euch mal einfach… Ihr macht ja jetzt im November. Was kann ich mir denn darunter genau vorstellen?«
Leon: »Ähm, (lacht) vorstellen? Ok. (Pause) Also ich stell mir was ganz Buntes vor. Spaß natürlich. Auch sehr schlau. Aber vor allem Spaß. Schweiß. Laute Musik. Das alles in den Ofen und geil.«
Johann: »Ja, wir haben uns wieder auf die Suche begeben nach dem guten Leben. Viele Gespräche geführt in Pankow. Und wollten uns diesmal aber noch ein bisschen weiter umschauen. Und da interessiert mich gerade eine historische Komponente: Wie verändern sich Vorstellungen vom guten Leben mit der Zeit? Jetzt muss ich noch irgendwie den Neandertaler reinbringen…«
Leon: »Mich interessiert gerade Eziehung als Ausdruck des vermeintlich guten Lebens. Jeder erzieht eigentlich irgendwen. Dazu braucht es gar keine Schule oder Berechtigung. Aber wir stellen den Leuten nicht die Frage, was ist Erziehung, sondern das gute Leben.«
Das gute Leben: »Na, das klingt ja jetzt alles noch ein bisschen unkonkret.«
Johann: »Ja, das ist ja auch immer das Problem mit so Ankündigungstexten…«
Das gute Leben: »Habt ihr denn eine Antwort gefunden?«
Leon: »Na, es gibt schnell so allgemeine Antworten, wie Zufriedenheit. Die sind aber sehr allgemein eben und deshalb nicht sehr spannend. Und dem geht man dann nach, wann ist jemand denn zufrieden? Oder wann genau war man es? Und da wird’s dann interessant. Auch für die Gemeinschaft. Wie können diese unterschiedlichen Vorstellungen, die sich teils widersprechen, Wand an Wand wohnen? Und scheinbar geht es. Oft.«
Das gute Leben: »Es gab ja auch schon Teil 1 und 2, muss ich die gesehen haben?«
Leon: »Ne. Das halten wir eigentlich immer so, dass jeder Abend für sich stehen kann.«
Johann: »Aber wer möchte, wir spielen den 1.Teil ja jetzt auch noch einmal am 01. Dezember…«

Von & mit: Leon Ullrich, Johann Kuithan, Doaa Ahmed und Ninja Stangenberg
November, Dezember 2017 – Ballhaus Ost

 

DAS GUTE LEBEN²

In den USA, Europa und auch in Deutschland häufen sich die Stimmen gegen eine Unterwanderung der eigenen Kultur. Die Stimmen sind nicht neu, aber sie werden lauter. Und sie werfen eine Frage auf: Was ist das eigentlich für eine Vorstellung von unserer Art zu leben, die so vehement verteidigt wird? Und was ist überhaupt ein gutes Leben?

Wir haben über Monate mit Leuten auf der Straße, an Bushaltestellen und über Gartenzäune gesprochen und aus diesen Begegnungen und Gesprächen entstand im vergangenen Jahr am Ballhaus Ost ein erster Abend über Das gute Leben. Aber die vielen unterschiedlichen Menschen, denen wir begegnet sind, ihre Schicksale und Sichtweisen und stetige Veränderungen lassen sich nicht an einem Abend abhandeln. Deshalb setzen wir nun mit dem Ballhaus Ost unsere Arbeit mit einer zweiten Folge fort, ein dritter Teil wird im kommenden Herbst folgen.

In Das gute Leben² tauchen neben unseren Nachbarn aus Pankow auch die wilden Geister der Tradition, der Hoch- und Popkultur auf. Das gute Leben des Einzelnen ist, so Frau Dr. Angela Merkel, nicht automatisch auch das der Gemeinschaft. Person und Nation suchen nach ihrem Wohl. Gemeinsam gegeneinander. Der nächste Krieg steht bevor, hat Nostradamus verkündet. Und nur ein Idiot bringt uns alle weiter, prophezeit ein Philosoph der Gegenwart.

Von & mit: Leon Ullrich, Johann Kuithan
April 2017 – Ballhaus Ost

 

DAS GUTE LEBEN

In Europa und auch in Deutschland häufen sich die Stimmen gegen eine Unterwanderung der eigenen Kultur. Die Stimmen sind bekannt. Und sie werfen eine Frage auf: Was ist die Vorstellung von dem Guten Leben, das so vehement verteidigt wird? Und was ist überhaupt ein Gutes Leben? Wir begeben uns auf die Suche: Von Literatur bis youtube, von Karl bis Groucho. Und vor allem jetzt, in Pankow.

Der Berliner Bezirk Pankow erstreckt sich vom Prenzlauer Berg über Pankow, Französisch Buchholz, bis nach Buch und Wilhelmsruh, vom Zentrum bis zum Stadtrand und deckt eine ungewöhnliche Bandbreite von Milieus und Lebensqualitäten ab. In Gesprächen und Begegnungen mit Institutionen und Privatpersonen, sammeln wir konkrete Vorstellungen vom Guten Leben. Einem Lokalpolitiker im Wahlkampf ähnlich, suchen wir den Dialog mit den Menschen. Was vertraut man einem fremden Menschen an, der weder Uniform trägt noch mit einem offiziellen Fragebogen kommt? Was kann sich in einem Gespräch zwischen Bäckerei, Gartenzaun und Bushaltestelle vermitteln?

DAS GUTE LEBEN berichtet vom dem Gehörten und Erlebten, erzählt von den Begegnungen mit den Menschen und den Idealen der Hoch- und Popkultur. Wir laden zum Abendbrot ins Ballhaus Ost, zum Ausdruckstanz, zur gemeinsamen Traumreise, zur Einführung in die Hobby-Ameisenzucht, zur Audienz der Bundeskanzlerin, Tipps&Tricks für den Gartenfreund, zu den Grundbegriffen der Philosophie, zum Einmaleins der Liebe.
Licht an, der Mensch tritt auf. Pankow leuchtet.

Von & mit: Leon Ullrich, Johann Kuithan & Vera Koch
Juni 2016 – Ballhaus Ost
März 2017 – Lichthoftheater Hamburg
September 2017 – at.tension Festival 2017Ballhaus Ost

mit freundlicher Unterstützung des BALLHAUS OST